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[dropcap]S[/dropcap]pontane Aktionen sind bekanntlich die besten. Christin weiß bereits zu gut, was das bedeutet, für Karolin war das bisher doch eher Neuland. Doch dann kam der 05.11. und Ticos Orchester spielten zum allerersten Mal in Köln. Karo nahm diesen Gig zum Anlass, die Band nach langer Abstinenz endlich wieder bei einem Konzert zu besuchen.
Einen Abend vor dem Konzert erfahren, dass überhaupt eins stattfindet. Ausverkauft, Mist. Bis zum Nachmittag darum bangen, ob man nicht vielleicht trotzdem noch dabei sein darf. Ganz schön viel für das kleine Fanherz. Endlich die erlösende Zusage. Ab nach Köln und den Weinkeller finden. Ob Schlachthof oder Weinkeller, Locations tragen heutzutage die verrücktesten Namen.
Die Suche des Eingangs gestaltet sich etwas schwieriger. Wer vermutet schon, dass sich dieser in den Tiefen eines Hinterhofs versteckt? Eine wartende Frau verrät, dass dieser Eingang der richtige sei, um zur Weinprobe zu gelangen. So viel dann zur Theorie mit den Namen der Locations…

Um 19.30 Uhr startet der Einlass. Es geht so viele Treppen hinunter, dass der Netzempfang völlig zusammenbricht. Adieu, liebe Außenwelt!
Doch die Location entschädigt. In diesem Keller verbirgt sich ein wunderschönes Gewölbe aus Backsteinen, das vor Wein-, Champagner- und Sektflaschen regelrecht platzt. Zum Glück platzt er nur im übertragenen Sinne, denn die teuerste gefundene Flasche ist schlappe 499 Euro wert. Das wäre eine ziemlich teure Sauerei.
Vor einer kleinen Bühne sind ein paar Reihen von Stühlen aufgestellt und spätestens jetzt kommt eine weitere nüchterne Feststellung dazu: Die kleine 20-jährige Karolin drückt den Altersschnitt deutlich. Der Rest des Publikums könnte mit Mama und Papa in die Schule gegangen sein.

Kaum einen Platz in der ersten Reihe gesichert und die Brille nochmal geputzt, kommt auch schon Sänger Tico von hinten über die Bühne balanciert, um Karolin herzlich zu begrüßen, umarmen und einen kleinen Plausch zu führen. Kontrabassspieler Max schließt sich auch direkt an. Das ist natürlich der kleine Vorteil daran, wenn man die Band schon etwas länger kennt.

Kurz nach 20 Uhr tritt der Betreiber der Weinkeller auf die Bühne und gibt sowohl historische, als auch aktuelle Informationen zur Location zum Besten, ehe er schließlich die Band des Abends ankündigt: Ticos Orchester, bestehend aus Tico, Bernd, Ciro, Max, Niels.

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Die Stuhlreihen sind gut gefüllt, die erste Reihe ist nahezu voll besetzt und die Band beginnt mit ihrem Programm. 12 Songs, sowohl ältere Lieder wie „Herzschlag“, „Rette mich“ und „Yeah“, als auch neuere Tracks verlocken das Publikum zu wahrer Tanzstimmung. Überall nimmt man wackelnde Beine und zum Takt nickende Köpfe wahr, ob im Sitzen oder hinter den Stuhlreihen sogar im aufrechten Gang. Kameras werden aus den Taschen gezogen.
Nach dem sechsten Song wird eine Verschnaufpause eingelegt, es werden kleine Snacks gereicht und teure Weine verkostet. Geschätzte zehn Minuten später dann stehen die Fünf auch schon wieder für sechs weitere Songs auf der Bühne. Da die Musik der Vagabunden im Weinkeller wirklich gut ankommt, wird anschließend lautstark nach Zugaben verlangt. Ticos Orchester geht dieser Bitte besonders freudestrahlend nach und es folgen zwei weitere Titel. Anschließend gibt das Orchester eine besonders originelle Version von „Tanzen“ zum Besten, bei der Tico seinem Mikro treu bleibt, während der Rest der Gruppe zu geöffneten Bierflaschen greift, um den Gesang melodisch zu untermalen.

 

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Das Publikum applaudiert und jubelt und ein paar der Gäste finden den Weg vor zu den Musikern, um ihr Lob auch persönlich loszuwerden. Beim Akkordeonisten Bernd ergattern einige von ihnen nicht nur die „Vagabunden EP“, sondern bestellen sich auch direkt das dank erfolgreichem Crowdfunding im Februar erscheinende Debütalbum von Ticos Orchester vor.
Ein von A bis Z gelungener Abend für jeden! Und wer weiß, wie viele stolze Besitzer der EP gerade durch ihre Wohnzimmer zur Guten-Laune-Musik tanzen und sich dabei schon auf das Album freuen.

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