Playlist: Schallgefluesters Top Alben des Jahres 2025

14. Januar 2026

Musik begleitet mich täglich, aber nicht alles davon bleibt dauerhaft. Manche Alben tauchen kurz auf, funktionieren in einzelnen Momenten oder liefern ein, zwei starke Songs, verschwinden danach aber wieder im Strom neuer Veröffentlichungen. Andere setzen sich dauerhaft in meinen Hörgewohnheiten fest. Und um Anwärter für diese besondere zweite Kategorie geht es hier.

Diese Liste ist keine spontane Jahresendzusammenfassung und auch kein Versuch, das Musikjahr 2025 objektiv zu bewerten. Sie ist für mich eher etwas wie eine bewusste Rückschau. Alben erscheinen über das komplette Jahr verteilt, manche früh, manche sehr spät. Umso mehr sagt es für mich aus, wenn mich bestimmte Veröffentlichungen auch über das Jahresende hinaus begleiten.

Gerade weil ich theoretisch jederzeit auf unzählige von Alben losgelöste Playlists zurückgreifen könnte, ist es für mich eine bewusste Entscheidung, ein Album gezielt als Ganzes auszuwählen. Wenn ich mich aktiv für das Hören eines bestimmten Albums entscheide, dann wurde dabei eine ganze Menge richtig gemacht.

Hier kurz die Kriterien fĂĽr meine Top Alben des Jahres 2025:

Die Top 10 basiert nicht auf Zahlen oder Wiederholungen, sondern auf Erinnerung, Atmosphäre und bewusster Entscheidung. Dabei spielten unter anderem folgende Aspekte eine Rolle:

  • ob ich mich das Album emotional bewegt hat
  • ob ich mich aktiv an das Album erinnere, ohne groĂź in meiner Musikbibliothek suchen zu mĂĽssen
  • ob ich bewusst wieder dazu greife, obwohl ich auch gemischte Playlists hören könnte
  • ob der Vibe des Albums fĂĽr mich in sich stimmig ist

Eine feste Rangliste gibt es dabei nur eingeschränkt. Natürlich gibt es Alben, die mich in ihrer Gesamtheit stärker abgeholt haben als andere. Trotzdem verstehe ich diese Top 10 nicht als Wettbewerb, sondern als Sammlung von Veröffentlichungen, die mein Musikjahr 2025 emotional, musikalisch und thematisch geprägt haben.

Playlist: Schallgefluester Alben des Jahres 2025

Zusätzlich zu dieser Liste habe ich eine begleitende Playlist in den Beitrag integriert. Sie enthält ausgewählte Songs aus jedem der hier genannten Alben und soll einen ersten Eindruck davon vermitteln, welche Stimmungen sich durch mein Musikjahr 2025 gezogen haben.

Die Playlist ist kein klassisches Best-of und kein Ersatz für die Alben selbst. Sie dient eher als Einstieg oder Orientierung. Wer tiefere Eindrücke möchte, findet hier aber zu jedem Album eine ausführliche Rezension.

Tini Schallgefluesters Top-Alben des Jahres 2025

Taylor Swift – The Life Of A Showgirl

taylor swift the life of a showgirl cover scaled e1767660636209

Dieses Album von Taylor Swift ist für mich untrennbar mit einem sehr konkreten Moment verbunden. Es erinnert mich an meine eigene Verletzlichkeit, Abwertung und an das Gefühl, sich für den eigenen Musikgeschmack rechtfertigen zu müssen. Was mich an „The Life Of A Showgirl“ bis heute hält, ist der konsequente Bruch mit dem, was viele erwartet haben. Weder große Bühne, noch Hochglanz oder ein weiteres 1989. Stattdessen viel Backstage, Reflexion und Heilung. Es ist ein Album über Machtgefälle, Vertrauensbrüche und darüber, was es bedeutet, sich Kontrolle über sein eigenes Leben zurückzuholen.

→ Zur ausführlichen Rezension von Taylor SwiftThe Life Of A Showgirl

Ed Sheeran – Play

ed sheeran play cover

Durch mein erstes Ed Sheeran Konzert auf der +–=Ă·x Tour habe ich mich in 2025 ohnehin schon intensiver mit dem britischen Singer-Songwriter befasst. Als Play dann nur etwa eine Woche später erschien, war der Abend in DĂĽsseldorf fĂĽr mich emotional noch sehr präsent und hat mir einen noch besseren Zugang zu diesem Album ermöglicht. Es geht um mentale Erschöpfung, Nähe, Familie und um das Setzen von Prioritäten – also Dinge, die auch mich in letzter Zeit stärker beschäftigt haben.

→ Zur ausführlichen Rezension von Ed SheeranPlay

LaFee – Schatten & Licht

lafee schatten und licht cover e1767808550381

Schatten & Licht ist ein gelungenes Comeback einer Künstlerin, die früher oft belächelt wurde und sich heute sichtbar mit ihrer eigenen Geschichte auseinandersetzt. Statt alte Narrative einfach zu reproduzieren, setzt sich LaFee mit den Fehlern ihrer Vergangenheit auseinander und ordnet sie aus einer erwachsenen Perspektive neu ein. Durch den unverwechselbaren Sound fühlt sich das Album stellenweise vertraut und nostalgisch an. Gleichzeitig ist es eine logische Weiterentwicklung und eine klare feministische Stimme, die aus gelebter Erfahrung heraus spricht.

→ Zur ausführlichen Rezension von LaFeeSchatten & Licht

HE/RO – Kein Grund zur Panik

he ro kein grund zur panik cover

Durch das 2025 erschienene Album Kein Grund zur Panik wurden mir HE/RO über den Spotify-Empfehlungsalgorithmus immer wieder ausgespielt. Die Songs haben bei mir einen Nerv getroffen, weshalb ich mich über das Jahr intensiver mit ihrer Musik beschäftigt habe. Ich mag, mit welcher Ernsthaftigkeit Gefühle auf dem Album behandelt werden. Die Brüder singen hier offen über mentale Gesundheit, Überforderung, Wut und Verletzlichkeit, ohne diese Themen zu verniedlichen oder ins Lächerliche zu ziehen. Im Dezember kam dann durch die Twitch Streams von Heiko und Roman ein weiterer Zugang hinzu, der meinen Blick auf die Band noch einmal erweitert hat.

→ Zur ausführlichen Rezension von HE/ROKein Grund zur Panik

The Devil Wears Prada – Flowers

the devil wears prada flowers cover

Flowers beschäftigt sich viel mit Einsamkeit, mentaler Überforderung, Stillstand und Glück als Zustand. Ich mag, dass dieses Album von The Devil Wears Prada Unsicherheit stehen lässt, denn primär geht es hier um das Aushalten von Leere, Wiederholung und innerem Druck. Besonders gut funktioniert für mich das kontrastreiche Zusammenspiel aus eingängigen Hooks, einer düsteren und dennoch motivierenden Stimmung und zugleich ernsten Texten.

→ Zur ausführlichen Rezension von The Devil Wears PradaFlowers

I Prevail – Violent Nature

i prevail violent nature cover

Violent Nature von I Prevail wechselt immer wieder zwischen massiver Härte und düsteren, melodischen Momenten. Aggression, Druck und Wut stehen neben Verletzlichkeit und Zurücknahme, ohne dass eines davon dauerhaft dominiert. Thematisch dreht sich das Album viel um innere Konflikte, Überforderung und Schmerz. Dieses Zusammenspiel aus äußerer Hülle und Inhalt macht das Album für mich besonders reizvoll.

→ Zur ausführlichen Rezension von I PrevailViolent Nature

Malik Harris – Plain Sights

malik harris plain sights cover

Plain Sights von Malik Harris ist ein Album, das über einen längeren Zeitraum gewachsen ist und entsprechend durchdacht wirkt. Musikalisch ist es eingängig und radiotauglich, inhaltlich aber tiefgründig und reflektiert. Was wie ein Widerspruch klingt, macht die enthaltenen Themen wie Selbstzweifel, innere Konflikte, mentale Belastung und persönliches Wachstum in der Realität viel zugänglicher.

→ Zur ausführlichen Rezension von Malik HarrisPlain Sights

All Time Low – Everyone’s Talking

all time low everyones talking cover

Everyone’s Talking von All Time Low greift an sich die typische Pop-Punk-Energie auf, wirkt dabei aber weniger getrieben und lässt mehr Raum zum Atmen. Viele Songs kreisen um Überforderung, Selbstzweifel und das Gefühl, funktionieren zu müssen, auch wenn eigentlich längst alles zu viel ist. Es geht um innere Unruhe, Heilung und die Frage, ob man ohne das eigene Chaos überhaupt noch interessant ist. Durch die eingängigen Elemente wirkt das Album auf mich stellenweise mental entlastend und beruhigend, teilweise wie eine Form von Stimming.

→ Zur ausführlichen Rezension von All Time LowEveryone’s Talking

Conny – Manic Pixie Dream Boy, Vol. 3

conny manic pixie dream box vol 3 cover

Manic Pixie Dream Boy, Vol. 3 setzt sich wie auch die Vorgänger der Reihe mit Männlichkeit, Verantwortung und eigenen blinden Flecken auseinander. Conny richtet den Fokus dabei bewusst auch auf sich selbst und thematisiert Lernprozesse, Selbstkritik und das Verlernen alter Muster. Feministische Perspektiven und Machtverhältnisse werden klar benannt, ohne sich aus der eigenen Verantwortung herauszunehmen.

→ Zur ausführlichen Rezension von ConnyManic Pixie Dream Boy, Vol. 3

Alex Warren – You’ll Be Alright, Kid

alex warren youll be alright kid cover

You’ll Be Alright, Kid von Alex Warren setzt sich mit Verlust, Herkunft, Glauben und dem Umgang mit Druck auseinander. Was ich an diesem Album besonders schätze, ist, dass die Schwere der Themen immer wieder von einem spürbaren Hoffnungsschimmer begleitet wird. Schmerz steht hier nicht für sich allein, sondern wird in einen Kontext gesetzt, der Weitergehen möglich erscheinen lässt.

→ Zur ausführlichen Rezension von Alex WarrenYou’ll Be Alright, Kid

Diese zehn Alben stehen als bewusste Auswahl von Veröffentlichungen aus dem Jahr 2025, zu denen ich bislang immer wieder zurückgekommen bin. Sie haben unterschiedliche Sounds, Genres und Zugänge, sind mir aber aus unterschiedlichen Gründen im Gedächtnis geblieben.

Vielleicht ist das hier gerade der richtige Zeitpunkt für dich und du findest dich im einen oder anderen Album genauso wieder wie ich. Denk dabei aber bitte daran: Nur weil mir etwas gefällt, muss es dir noch lange nicht zusagen. Und das ist vollkommen in Ordnung. Lass dich bei so persönlichen Themen wie dem Musikgeschmack niemals von irgendwem unter Druck setzen.

Kategorien:
Playlists · Alles · Musiknews · Musikrezensionen
Schallgefluester
Datenschutz-Ăśbersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.