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Es gibt so Festivals, von denen wirst du aus jeder Ecke mit Werbung erschlagen. Und obwohl ich viel mit offenen Augen in Siegen unterwegs bin und ich in nächster Nähe zu den Veranstalter*innen wohne, zählte das Bluestock Festival für mich nicht dazu. Ausgerechnet der Instagram-Algorithmus machte mich im letzten Moment auf die Veranstaltung und ein weiteres für mich höchst spannendes Konzert im Rahmen des Siegener Sommerfestivals aufmerksam.

Es tut mir leid, das über meine derzeitige Umgebung zu sagen, aber für mich stehen Siegener Veranstaltungen abseits des Vortex Surfer Musikclub, und VEB größtenteils für mittelmäßige Provinz-Coverbands.

Los geht es für mich an diesem Abend mit A Scar For Amy: Stimmlich ist Sängerin Karolyn zwischen klassischer Rockröhre und Growling unterwegs. Leider wirkt es jedoch die meiste Zeit über so, als sei sie wahnsinnig angespannt. Da schlagen sich die Männer an den Saiteninstrumenten doch lockerer. Erst gegen Ende des Sets wirkt auch Karolyn so aufgetaut. Kein Wunder, dass das Publikum nach einer Zusage verlangt und diese auch bekommt…

Die vielen dunkel gekleideten Menschen, zahlreiche Fanshirts und sogar Gesichtsbemalungen inmitten der malerischen Siegener Oberstadt warfen schon ihre Schatten voraus: Callejon betreten als Headliner des diesjährigen Bluestock Festival die Bühne im Hof des Oberen Schlosses und ziehen das Publikum in ihren Bann. Auch wenn der Moshpit nur zögerlich startet, so fühlt doch jede*r Zuhörer*in das Konzert von beliebten Coverversionen wie Was du Liebe nennst (Bausa) und So perfekt (Casper) bis hin zu emotionaleren eigenen Stücken wie Palmen aus Plastik oder dem absoluten Callejon-Klassiker Kind im Nebel.
Und obwohl die Band so bekannt ist, freut es mich umso mehr, dass sie sich nach dem Konzert noch ausführlich Zeit für das Publikum nimmt – sei es mit High Fives, der Verteilung von kleinen Andenken oder gemeinsamen Fotos. Callejon sind trotz ihres Erfolges noch immer eine Band zum Anfassen.

Fotos: Callejon & A Scar For Amy beim Bluestock Festival

Transparenzhinweis: Ich durfte das Festival kostenlos besuchen. Meine Persönliche Meinung zum Event bleibt davon unberührt.

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