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[dropcap]E[/dropcap]s gibt Momente im Leben, da meint es das eigene Schicksal besonders gut mit einem. Als wären das POTY, Grimes und das Blank It Open Air nicht genug gewesen, erhielt Tini bei ihrem Berlin-Besuch auch noch die Möglichkeit, bei der TV-Aufzeichnung eines Konzerts der Editors dabei zu sein.

Arte Concert Editors

Es ist jetzt schon wieder einige Monate her, dass mich eine Person darum bat, zeitgleich mit ihr den Song „Smokers Outside The Hospital Doors“ von den Editors zu hören. Ich dachte mir nicht viel dabei, verliebte mich aber augenblicklich in das Lied und irgendwie auch um die Indie-New-Wave-Post-Punk-Rockband rund um Leadsänger Tom Smith. Für mich war von diesem Zeitpunkt an klar: Trotz nicht allzu großer Textsicherheit wollte ich die Editors gern einmal live sehen.

Welch schöner Wink des Schicksals also, als ich gerade von einem Treffen mit einer langjährigen Freundin zurück zu meiner Unterkunft düse und währenddessen Facebook durchscrolle. Gerade hatten wir noch über die Briten gesprochen, da erscheint plötzlich ein Posting in meiner Timeline: Konzert der Editors im Rahmen einer Aufzeichnung für den TV-Sender ARTE. Kostenlos registrieren und am kommenden Montag dabei sein.
Das Karma meint es gut mit mir und so kommt es, dass ich mich am darauffolgenden Montag aufgrund anderweitiger Ablenkungen mal wieder total abhetze, mich halb in Kreuzberg verirre und schließlich ziemlich kaputt in der langen Schlange vor dem SchwuZ ankomme, wo bereits meine Freundin auf mich wartet. Na ob die Leute tatsächlich alle reinpassen, hieß es doch schließlich, der Einlass sei auch mit Registrierung nicht garantiert?

Wir haben jedenfalls Glück und finden uns etwas später in einer Art riesiger Bunkeranlage wieder. Mobiles Netz jeglicher Art gibt es hier schon einmal nicht und so bleibt uns nichts Anderes übrig als uns mit uns selbst zu beschäftigen, auf den Auftritt hinzufiebern und die vergangenen Tage in Berlin zu rekapitulieren.

Pünktlich auf die Minute geht es los. Wir drängen uns nicht groß in den eh schon viel zu vollen Bereich direkt vor der Bühne, sondern stehen lieber nahe der Bar auf ein paar Treppen. Auch von hier aus können wir Blicke auf die Bühne erhaschen, tanzen und mitsingen. Und das tun wir – jedenfalls etwa die fünf Songs lang, die wir kennen. Die Editors spielen nämlich überwiegend Titel, die uns nicht ganz so vertraut sind. Klassiker wie „Papillon“ oder das großartige „Sugar“ sind aber selbstverständlich auch mit von der Partie. And it breaks my heart to love you…
Wir kommen mächtig ins Schwitzen. Die Band sogar so sehr, dass sich gegen Ende des Gigs der komplette Oberkörper des ohnehin virtuos agierenden Smith durch seine Kleidung abzeichnet. Egal, wie eigenartig der Frontmann der Editors sich auch bewegen mag, es sieht alles so unglaublich künstlerisch aus. Und als er dann auch noch Leuten auf den Treppen winkt, schmilzt das eine oder andere Herz komplett davon…

Ich bin ehrlich – das Konzert flasht mich komplett. Denn wenn ich etwas nicht erwartet habe, dann eine solch starke Bühnenpräsenz und vor allem so eine Tanzbarkeit der Editors. Sollte sich mir ein weiteres Mal die Gelegenheit für einen Gig dieser Band bieten, dann weiß ich jetzt, dass dieser das Geld wert ist.
Bis dahin freue ich mich erst einmal riesig auf die noch ausstehende Fernsehübertragung. Sobald ich einen Termin dafür in Erfahrung gebracht habe, werde ich ihn Euch selbstverständlich mitteilen.

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