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[dropcap]G[/dropcap]erade noch beim Eurovision Song Contest Rheinland-Pfalz vertreten und heute schon hier rezensiert. Das ist Magie! Oder einfach Timing…
Christin hat sich das Album „Behalt die Nerven“ von Mega! Mega! zum Releasedatum vor genau einer Woche gesichert und sich für schallgefluester ein Bild von der Platte der vier Wahl-Berliner gemacht.

Schallgefluester Mega! Mega! - Behalt die Nerven
Name Behalt die Nerven von Mega! Mega!
Erschienen am 20.09.2013 via Warner Music
Musikstil irgendwas mit experimentellem tanzbarem Indie und Deutsch-Rap-Rock
Spieldauer 37:04 min verteilt auf 12 Songs
Weitere Infos Facebook Schallgefluester Dreimillionen 9
zu erwerben via Amazon*, iTunes & Co.

Gut Ding will Weile haben. Und die hat sich grundsätzlich erst einmal gelohnt. Die Songs des Debütalbums sind in den letzten vier Jahren entstanden, die meisten davon vor ungefähr zwei. Manche seien laut Band älter, manche jünger.
Der Musikstil hat sich jedenfalls mittlerweile verfestigt. Tanzbar ist er, sehr rhythmisch und mitreißend. Das ist der Sound von Mega! Mega!.

Was die Band mit dem Album nicht nur mit dem Opener-Titel „Es kann nur besser werden“ beweist, ist ihr Humor. Wer sonst schreibt einen eingängigen und tanzbaren Song über die Vorzüge der Berliner VBB-Monatskarte, mit der man montags bis freitags ab 20 Uhr und am Wochenende und an Feiertagen kostenlos einen erwachsenen Mitfahrer in den öffentlichen Verkehrsmitteln mitnehmen kann? Wer sonst greift neben Werbeslogans und Lebensweisheiten den grandiosen Loriot auf?
Die Songinhalte sind aus dem Leben gegriffen. „Strobo“ berichtet von einer durchzechten Nacht und dem Morgen danach. Solche Nächte wiederholen sich auf dem Album tatsächlich noch mehrfach. Das Album sprüht vor positiver Energie. Ein Song sticht jedoch auch im anderen Sinne hervor: „Zu Ende“ greift ebenso die negativen Seiten des Musikerlebens auf: „Und nach den Gigs bringt der Manager den Wischmopp / Klinken putzen / morgen früh Mini-Job“. Aber hey, wie war das mit den Parties?
Mit „Bitte bitte“ senden die Jungs eine treffende Gesellschaftskritik in die Welt hinaus: „Einmal A-Promi sein in der Kleinstadt / einmal mit der Tussi, die sonst immer nein sagt / einmal für Mutti von der Titelseite lachen / muss man doch gar nicht so viel für machen / bitte bitte bitte bitte / ich will nur 15 Minuten Ruhm“.
Und dann gibt es ja noch das Titellied im feinen Feature mit Afrob. Eine eher ungewöhnliche und doch wunderbar erfrischende Kooperation.

Das Tempo bleibt die gesamte Spielzeit des Albums über sehr hoch und doch ist es genau die Zeit, die einen verwöhnten Musikfan stören könnte – „Behalt die Nerven“ ist leider nur knappe 37 Minuten kurz. Aber umso öfter kann man es ja dann hören, denn durch die eher wenig abwechslungsreichen Akkordfolgen und vielen besungenen Abende und Nächte kann es dazu kommen, dass man die Songs anfangs noch nicht hundertprozentig auseinanderhalten kann. Doch das Gesamtpaket des Albums ist rund. Und es gefällt.

Anspieltipps: „Es kann nur besser werden“, „Behalt die Nerven“, „Monatskarte“

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